Liberté f., de libertas (lat.) - Der Freiheitsbegriff der französischen Encyclopédie von 1751

Die französische Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, deren erster Band 1751 erschien, stellt mit den bis 1780 herausgekommenen 35 Bänden der 1. Auflage in der Geschichte des Abendlandes weitaus mehr dar als die Zusammenstellung des Wissens der Zeit in einem Nachschlagewerk. Sie steht vielmehr für die europäische Aufklärung insgesamt und repräsentiert mit vielen ihrer Artikel entscheidende Begriffe einer neuen philosophischen und politischen Auffassung von Herrschaft, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Wissenschaft.

Mehr als 140 AutorInnen haben die rund 70.000 Artikel des Nachschlagewerks verfasst, darunter der Artikel „Freiheit“ – „Liberté“. Er zählt zu den zentralen Artikeln dieses Werks, weil er eines der Kernthemen der französischen Revolution und der daran anknüpfenden, teils weitreichenden Entwicklungen in der Verfasstheit und Verwaltung von Staaten, in der Rechtsprechung und in der Organisation von Bildung vorwegnimmt. Der Artikel „Freiheit“ führt mit Umschreibungen, Übertreibungen und Umkehrungen das gesamte gelehrte Regelwerk einer Rhetorik vor, die von der Zensur nicht angreifbar ist und doch alles beredt weitergibt, was nach Ansicht der AutorInnen gesagt werden musste.

Prof. Dr. Elke Katharina Wittich

studierte Kunstgeschichte, deutsche Literatur, klassische Archäologie und Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Ihre Schwerpunkte sind Architekturgeschichte und Wissenschaftsgeschichte. Seit 2021 leitet sie die Zentrale Einrichtung für Weiterbildung.

Termin Do 22.08.2024
Zeit 10:00 – 12:00 Uhr
Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Gebäude 1208, Schloßwender Straße 5
Beitrag 12 €