Was unterscheidet die Künste, worin besteht die spezifische Kompetenz der Bildenden Kunst gegenüber der Dichtkunst und umgekehrt?
Diese alte Streitfrage der Ästhetik suchte Lessing 1766 abschließend zu klären mit der Behauptung, die Malerei stelle Körper im Raume dar, die Dichtung dagegen Handlungen in der Zeit. Doch nicht alle Künstler haben sich an diese Trennung gehalten, vor allem nicht jene Dichter, die das Verbindende beider Künste aufzeigten, indem sie Gedichte über Bildkunstwerke schrieben. Was den Reiz dieser gewissermaßen interme dialen Lyrik ausmacht, soll in diesem Seminar studiert werden anhand ausgewählter deutschsprachiger Gedichte vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart (u.a. von Goethe, C.F. Meyer, Rilke, Benn, Celan), die sich auf antike Plastiken oder prominente Gemälde (u.a. von Raffael, Rembrandt, C.F. Friedrich, van Gogh) beziehen.
Ein Reader mit den Gedichten und Schwarz-Weiß Kopien der Bilder sowie kurzen bibliographischen Hinweisen wird zu Beginn des Seminars verteilt; von den Bildkunstwerken werden zusätzlich abrufbare farbige Digitalisate vorbereitet.
Prof. Dr. Martin Rector
studierte Germanistik, Klassische Philologie und Politologie in Tübingen, Hamburg und Berlin, lehrte bis 2009 an der Leibniz Universität Hannover. Er ist Sprecher der Jury des HÖLTY-PREISES der Landeshauptstadt Hannover und langjähriger Koordinator der Lesereise LITERATOUR NORD.
| Termin | Mo 25.08.2025, Di 26.08.2025, Mi 27.08.2025, Do 28.08.2025 - ausgebucht |
| Zeit | 16:00 – 17:30 Uhr |
| Ort | Leibniz School of Education, Seminarraum 204, Gebäude 1135, Im Moore 11 |
| Beitrag | 44 € |